10 Tage lang mit einem Kanu und einem Zelt durch die Wildnis von Schweden

Eine Woche mit Rucksack und Zelt durch Norwegen und Schweden
10-tägige Bootsfahrt in Schweden
10 Tage lang mit einem Kanu und einem Zelt durch die Wildnis von Schweden
Da es nichts Schöneres gibt als gemeinsam mit dem Hund Zeit in der Natur zu verbringen, entschieden wir uns, eine 10-tägige Bootstour durch die Wildnis von Schweden zu machen, weit ab von der Zivilisation. Da es in Schweden das Jedermanns-Recht gibt, das besagt, dass man in der Natur übernachten darf, wenn es nicht zu dicht an privatem Eigentum ist, bietet sich dieses Land zum Zelten in der Natur an. Zusätzlich gibt es genug Gewässer, die man für solch eine Tour zur Auswahl hat.
Ohne Hund hatten wir bereits ein paar Jahre zuvor eine ähnliche Tour gemacht, allerdings mit einem Kajak. Da aber in einem Kajak nicht wirklich Platz für einen Hund ist, nahmen wir diesmal einen Kanadier. Und auch bei viel Gepäck sollte immer darauf geachtet werden, dass der Hund noch genügend Platz zur Verfügung hat, so dass er sich bequem hinlegen kann.
Bevor es nach Schweden ging, mieteten wir uns einen Kanadier auf einem See in unserer Nähe, um zu testen, ob Nana dafür geeignt ist. Wir haben sie langsam daran gewöhnt und sind dann ein bisschen gefahren. Sie fand die Umgebung sehr spannend (Enten, andere Boote), aber mit dem schaukelnden Untergrund hatte sie keine Probleme. Irgendwann legte sie sich sogar hin. Ein gutes Zeichen. Da Nana auch kein Hund ist, der freiwillig ins Wasser geht, hatten wir auch keine Sorge, dass sie versucht hat, ins Wasser zu springen. Das solltet ihr auf jeden Fall vorher üben, falls euer Hund dazu neigt, das Boot auf offener See zu verlassen.
Als weitere Vorbereitung besorgten wir eine Schwimmweste für sie, an die wir sie auch langsam gewöhnt haben. Zunächst nur mal beschnuppern lassen, langsam mal anlegen und sobald das kein Problem ist, umherlaufen und später sogar spielen. So gewöhnte sich Nana daran, dass es nicht schlimm ist, eine Schwimmweste zu tragen und man sich ganz normal damit bewegen kann,
Die meisten Hunde können sehr gut schwimmen, allerdings sollte dennoch eine Schwimmweste verwendet werden, da es den Hund unterstützt, falls ihr weit weg vom Ufer sein solltet und er eine lange Strecke schwimmen muss und zum anderen haben die Schwimmwesten einen Griff oben dran, so dass ihr den Hund viel einfacher wieder ins Boot holen könnt.
Gewöhnt euren Hund schon zuhause an eine gut sitzende Schwimmweste.

Um ganz sicher zu gehen, haben wir auch unser Zelt im Garten aufgebaut und eine Probenacht darin verbracht. Nana hat die Nähe zu uns sichtlich genossen (sie schläft sonst nicht im Bett), so dass der Reise nichts mehr im Wege stand.
Im Zelt schlafen ist was Schönes, vor allem, wenn man sich Frauchens Kopfkissen schnappt.

Wir buchten also eine Fähre von Rostock nach Trelleborg. Auf der Hinfahrt entschieden wir uns für die Nachtfähre, die auch eigene Haustierkabinen anbietet. Beachtet hierbei, dass auf dieser Fähre Maulkorb-Pflicht besteht, d.h., wenn euer Hund noch keinen Maulkorb kennt, solltet ihr einen gut sitzenden besorgen und den Hund schon einmal daran gewöhnen. Auf der Rückfahrt sind wir mit der Schnellfähre am Tage gefahren. Hierbei bucht man einfach nur Sitzplätze. Sucht am Besten welche aus, die irgendwo am Rand sind, damit der Hund auch zur Ruhe kommen kann.
Achtet auf eine ruhige Ecke auf der Fähre.

Und dann ging die Reise endlich los. Es waren alle Vorbereitungen getroffen, alles Notwendige gebucht und das Auto voll bis oben hin gepackt. Zum Glück hat Nana ihre eigene Box im Kofferraum, so dass wir sie nicht zwischen das Gepäck quetschen mussten :)
In Schweden angekommen übernahmen wir den Kanadier vom Vermieter und bestückten ihn mit unseren Packsäcken. Kleiner Tipp, falls ihr selber Packsäcke besitzt: Packt diese bereits zuhause, so spart ihr euch eine Menge Zeit vor Ort beim Bestücken des Boots. Und ein weiterer Tipp: Falls es mehrere optisch gleiche Packsäcke gibt, dann beschriftet sie, damit ihr schnell seht, wo welcher Inhalt drin ist. Das hatten wir bei unserer ersten Tour nicht gemacht, so dass wir jeden Tag immer wieder alle öffnen mussten. "Wo war denn nun das Zelt drin!?" "Hm, war meine Zahnbürste nicht hier?"
Das Boot war also gepackt. Dann hieß es: Schwimmweste anlegen (beim Hund auf jeden Fall, beim Menschen kann jeder selbst entscheiden) und los geht's!
Nana bekam einen Platz direkt hinter meinem Sitz, so dass ich mich jederzeit zu ihr umdrehen konnte, um zu gucken, ob alles in Ordnung ist oder ihr eine Belohnung geben, falls sie etwas gut gemeistert hat. Wir haben ihr ein Handtuch untergelegt, da der Boden eines Alu-Kanadiers recht kalt ist und doch ab und zu etwas Wasser hineinkommt. Dann soll der Hund nicht gleich im Nassen sitzen.

Der Platz im Boot sollte ausreichend groß sein und mit einem Handtuch vor Kälte und Nässe schützen.
Nun fuhren wir also, Tag für Tag über die Gewässer in Schweden und genossen die Natur und das meist gute Wetter. Regen gab es natürlich auch mal, aber dann fuhren wir schnell an Land und zogen uns Regenkleidung an.
Aber auch ohne Regen landeten wir immer wieder an, um Pause zu machen und sich mal auf festem Boden bewegen zu können. Ein kleiner Snack zwischendurch steigert die Motivation (Bei Mensch und Hund) und gibt dem Körper Energie, die er für die Anstrengung benötigt. Wenn sich die Tage dem Nachmittag näherten, fingen wir an, uns schöne Stellen zu suchen, an denen wir unser Zelt aufschlagen konnten.
Ausreichende Pausen an Land sind wichtig, für Zwei- und Vierbeiner.

Hilfreich zum Finden der Übernachtungsstellen waren alte Lagerfeuerstellen, an denen man sehen konnte, dass dort bereits andere übernachtet hatten. Ziel ist auch, die Natur nicht zu zerstören und wild durchs Unterholz zu laufen, sondern sich am Besten daran zu orientieren, wo bereits Menschen waren.
Achtet darauf, dass es in Schweden auch feste Plätze mit Schutzhütten und Feuerstellen gibt, die man jedoch nur nutzen darf, wenn man eine Naturpark-Karte hat. Ansonsten darf man auch kein offenes Feuer machen. Informiert euch bitte vorher, wo ihr diese Karte bekommt. Das Entgelt, das ihr dafür bezahlt, wird z.B. zur Erhaltung der Schützhütten verwendet.
Hatte man eine Stelle gefunden, kam die Suche nach der "perfekten" Stelle zum Aufschlagen des Zelts. Will man lieber eine Wurzel im Rücken haben oder doch lieber mit dem Kopf abwärts schlafen? Irgendwas war immer, aber auch das gehört einfach zum Draußenschlafen dazu.
Immerhin haben wir mit einem Ast erstmal Tannenzapfen und ähnliches "weggefegt". Am Schwierigsten waren die Inseln, die wenig Waldboden und somit viele Steinplatten hatten. Habt ihr schonmal versucht, einen Zelthering in einen Stein zu drücken? :D Man kann sich natürlich etwas behelfen und z.B. einige Zeltschnüre an Bäume binden.
Schlagt euer Lager so auf, dass ihr keine Wildtiere stört und der Natur nicht schadet.

Falls ihr euch wundert, dass Nana meistens ohne Halsband/Geschirr an Land unterwegs ist: Die meisten unserer Übernachtungsstellen waren auf kleinen Inseln, die wir komplett überblicken konnten. D.h. wir wussten, dass dort keine Tiere waren, die Nana hätte stören können. Außerdem geht sie auch nicht freiwillig ins Wasser, so dass keine Gefahr bestand, dass sie Wassertiere stört. Nehmt aber bitte Rücksicht darauf und entscheidet vernünftig, ob ihr euren Hund anleinen müsst oder nicht.
Unsere Lager sahen meist recht wild aus (Zelt, herumliegende Packsäcke, Wäscheleine,...), aber Nana hatte immer einen ruhigen und windgeschützten Liegeplatz, damit sie auch zur Ruhe kommen kann.
Auch, wenn die Bootsfahrten anstrengend für den Hund sein können (durch die vielen Eindrücke), sollte man an Land den Hund auf jeden Fall ausreichend ruhen lassen, aber auch auch etwas Zeit mit ihm verbringen. Wir haben zum Beispiel auch immer ein Spielzeug für sie dabei gehabt.

Ein Spiel zwischendurch darf auch nicht fehlen.
Nach dem Aufschlagen des Lagers haben wir uns meist um das Abendessen gekümmert. Wir hatten einen Gaskocher dabei und zauberten damit einfache Gerichte. Auch Nana bekam natürlich ihr Futter. Denkt daran, die Portionen anzupassen, falls der Hund eventuell körperlich weniger Bewegung als zuhause hat.
Zum Abend hin saßen wir dann zusammen und redeten. Beachtet bitte, dass es zum Abend hin recht schnell kalt werden kann. Je nach Hund solltet ihr eine Möglichkeit dabei haben, dem Hund Wärme zu spenden. Nana hat eine sehr gute Unterwolle, aber dennoch war ihr einen Abend auch etwas kalt. Da wir für sie keine Kleidungsstücke besitzen (aufgrund der guten Unterwolle), hat sie meinen Pullover umgelegt bekommen. Den hätte sie vermutlich nicht wirklich gebraucht, aber sicher ist sicher und außerdem sieht es auch noch total süß aus ;)

Gönnt eurem Hund ausreichend Ruhe und achtet darauf, dass er nicht friert.
Eines Abends hat Nana sogar einmal von sich aus gezeigt, dass sie gerne ins Zelt möchte, auch wenn wir noch draußen sitzen wollten. Achtet darauf, wenn eure Hunde mit euch kommunizieren und nehmt sie ernst. Beim Betteln nach Futter natürlich nicht ;)
Und noch ein kleiner Tipp vor dem Schlafengehen: Dreht die Boote für die Nacht um, denn es gibt nichts Ärgerlicheres, als morgens schon nasse Sitzflächen und Schimmwesten zu haben.
Nana zeigte deutlich, wenn sie ins Zelt wollte und durfte dann natürlich auch, da sie darin besser zur Ruhe kam als draußen.

Nach hoffentlich geruhsamen Nächten und einem ausgiebigen Frühstück begann immer das große Packen. Manchmal war es gar nicht so einfach, alles wieder ins Boot zu kriegen. Dabei konnte es doch nicht mehr geworden sein.
Wenn das Boot gepackt war, legte sich Nana manchmal schon wieder von alleine rein, obwohl es noch gar nicht los ging. Erst, wenn auch nochmal kontrolliert wurde, dass wir nichts vergessen und vor allem keinen Müll zurückgelassen hatten, stiegen wir ins Boot und verließen unser Lager. Es ging los zu einem weiteren aufregenden Tag auf dem Wasser.

Wir sind noch nicht zum Ablegen bereit, aber Nana liegt schon drin.
So wiederholten sich die Tage und Nächte, bis wir dann glücklich, zufrieden und etwas k.o. wieder am Ausgangspunkt ankamen. Das Boot wurde geleert und geputzt und das Auto gepackt. Wir blieben jedoch noch ein paar Tage in einem Ferienhaus in Schweden, um nicht sofort wieder in den Rückfahrtstress und den Alltag zurückzukehren.
Falls Ihr Fragen zu unserer Reise habt, dann meldet euch gerne bei mir.
Falls Ihr Unterstützung dabei braucht, euren Hund z.B. an den Maulkorb, die Schwimmweste oder das Boot zu gewöhnen, dann könnt ihr euch sehr gerne bei mir melden, damit wir das Thema gemeinsam angehen können.
Hüttentour in den Alpen
Von Hütte zu Hütte wandern, nur mit einem Rucksack
Wandern war schon immer unsere Leidenschaft und deshalb wünschten wir uns immer einen Hund, der das gerne mitmacht. Hüttentouren hatten wir bereits einige hinter uns und es gibt kaum etwas Schöneres, als durch die Landschaft zu wandern und jeden Abend auf einer anderen Hütte zu verbringen. Die bewirtschafteten Berghütten haben ein ganz besonderes Flair, man ist unter Gleichgesinnten und in den meisten Fällen schmeckt dort jedes Essen viel besser als im Tal, einfach nur, weil man es sich verdient hat.
Nun wollten wir dieses Erlebnis auch mit Nana teilen. Die Planung der Tour war diesmal deutlich erschwert, da man nicht wie bisher sich einfach nur für eine schöne Gegend entscheiden musste, in der die Hütten einen guten Abstand zueinander hatten, sondern diesmal mussten es auch Hütten sein, in denen Hunde erlaubt waren. Davon gibt es in den Alpen leider nicht allzu viele, da einige Hüttenwirte leider schlechte Erfahrungen mit Hunden bzw. den Hundehaltern gemacht hatten.
Wir haben also sorgfältig Hütten ausgesucht und vorher immer nachgefragt, ob ein Hund in Ordnung wäre. Dabei hatten wir eine Tour zusammen, bei der nur eine der Hütten keine Hunde aufnehmen konnte. Dadurch beschlossen wir, diese Hütte einfach auszulassen und zur nächsten weiterzulaufen: anstrengend aber machbar.
Vor der Tour mussten ein paar Vorbereitungen getroffen werden: Da unsere Hündin Nana normalerweise nur Nassfutter bekommt, mussten wir rechtzeitig vor Beginn des Urlaubs eine Futterumstellung zu Trockenfutter durchführen. Wenn man nur einen Rucksack dabei hat, kann man aus Gewichts- und Volumengründen einfach keine Nassfutter-Dosen mitschleppen.
Außerdem besorgten wir einen eigenen Schlafsack für Nana, da die Nächte oft kalt sind. Die Zimmer sind meistens unbeheizt und gerade auf dem Boden wird es schnell frisch. Also kauften wir einen Schlafsack, den man als Unterlage benutzen konnte, aber sie auch zudecken konnte, falls es notwendig wäre.
Denkt auch immer daran, dass ein Hund nicht spontan eine mehrstündige Wanderung durchhält. Er sollte es bereits gewöhnt sein, denn auch ein Hund kann Muskelkater bekommen. Die meisten Hunden lassen sich dabei kaum etwas anmerken und folgen brav dem Herrchen/Frauchen, obwohl sie eigentlich schon k.o. sind. D.h. bereitet sie vorher gut auf die Wanderung vor und achtet auf Zeichen der Erschöpfung. Plant immer genug Pausen während des Tages ein, um euren Hund nicht zu überfordern.
Beachtet auch, ob euer Hund körperlich überhaupt in der Lage ist, so viel zu laufen und ggf. auch über große Steine zu balancieren. Falls euer Hund sehr klein ist, überlegt euch eine Möglichkeit, ihn z.B. durch Tragen zu entlasten. Hunde mit gesundheitlichen Probleme wie z.B. Arthrose oder Hüftgelenksdysplasie (HD)/ Ellenbogendysplasie (ED) sollten ggf. nicht zu längeren Wanderungen mitgenommen werden.
Nachdem wir alle Vorbereitungen getroffen und alle Hütten gebucht hatten, ging es dann los. Wir fuhren mit dem Auto bis in die Alpen (denkt daran, genügend Pausen für den Hund einzuplanen) und übernachteten noch einmal in einer Pension. Morgens fuhren wir dann mit dem Bus zu unserem Startpunkt. Denkt daran, eurem Hund in öffentlichen Verkehrsmitteln einen Maulkorb anzulegen und bereits zuhause das Anlegen und Tragen zu üben.
Von der Bushaltestelle wurde dann fast eine Woche lang jede Strecke zu Fuß zurückgelegt, bei jedem Wetter. Wir hatten von Sonne bis Nebel, Regen und Schnee alles dabei. Zum Glück hat Nana genug Unterwolle, so dass wir für sie keine zusätzliche Kleidung benötigen.
Die meiste Zeit waren wir mit Nana mit Geschirr und einer Leine mit Rückdämpfer unterwegs, die ich wie einen Gürtel um mich legen kann, da in den Alpen je nach Gegend sehr viele Gämsen und Murmeltiere zu sehen sind, die wir natürlich keinesfalls stören oder gefährden wollen.
Achtet die Natur und die Wildtiere und lasst euren Hund lieber einmal zu oft an der Leine.

Die Tagesstrecken waren von der Länge her recht unterschiedlich und wir hatten leider mehrfach das Problem, dass nachmittags Gewitter aufziehen sollte, deshalb mussten wir uns manchmal ganz schön beeilen, zur nächsten Hütte zu gelangen. Hier solltet ihr auf jeden Fall auch immer den Hüttenwirt nach dem Wetter fragen bzw. in den Hütten hängen auch oft Wettervorhersagen für den nächsten Tag.
Ein Gewitter in den Bergen möchte man nicht erleben, wenn man noch unterwegs ist, also seid vernünftig. Falls das Wetter es gar nicht zulässt, solltet ihr auch darüber nachdenken, eine weitere Nacht auf der gleichen Hütte zu bleiben statt unbedingt weiterzulaufen. Auch, wenn alle Zimmer ausgebucht sind, helfen euch die Hüttenwirte und finden eine Lösung.
Wir hatten aber jedes Mal Glück, dass wir rechtzeitig auf der nächsten Hütte waren (da wir ja vom Gewitter wussten und uns beeilt haben) und einmal kam das Gewitter auch gar nicht. Das nutzen wir dann, um nachmittags noch eine kleine Gipfelbesteigung in Hüttennähe zu machen. Da ist es auch mal sehr erholsam, wenn man das ohne oder nur mit leicht bepacktem Rucksack machen kann.
Bedenkt bitte auch, dass euer Hund ggf. Angst vor Gewittern hat und macht euch vorher Gedanken, wie ihr damit umgehen könnt, damit euer Hund auch in der Hütte keine Panik bekommt.
Behaltet stets das Wetter im Auge und fragt morgens ggf. den Hüttenwirt, wie es werden soll.

Während der Wanderungen planten wir immer ausreichend Pausen ein, in denen wir Nana immer Wasser anboten (auch wenn es je nach Gegend und Jahreszeit ausreichend Bäche gab, in denen Nana hätte trinken können). Hier sind übrigens Faltnäpfe sehr praktisch, da sie platzsparend und leicht sind.
An den Hütten angekommen wurden zunächst die Zimmer bezogen und Nana durfte nun den Rest des Tages ruhen. Dieses Angebot hat sie meist auch sehr gerne angenommen.
Vorher gab es aber noch ihr Trockenfutter. Beachtet hierbei bitte, dass ihr die Tagesration anpasst, falls sich eure Hunde zuhause weniger bewegen. Wichtig ist dabei noch, dass ihr zwischen der Fütterung der Morgenration und dem Loslaufen idealerweise 2 Stunden, aber mindestens 1-1,5 Stunden, zum Verdauen einplant. Wir haben es so gehandhabt, dass ich nach dem Auftstehen mit Nana eine kleine Pinkelrunde gegangen bin, dann bekam sie sofort ihr Essen. Wir haben dann in Ruhe gefrühstückt und unsere Rucksäche gepackt. Erst dann starteten wir zur nächsten Etappe. Ich habe auch von anderen Wanderern gelesen, die sich um 4 Uhr einen Wecker gestellt, ihren Hunde gefüttert und wieder hingelegt haben, so dass sie dann gegen 6 Uhr starten konnten. Das muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden, aber das käme für mich nicht in Frage. Denn schließlich handelt es sich immer noch um Urlaub ;) Aber unsere Tagesetappen waren auch nicht so lang, dass es notwendig war, so früh zu starten.
Eine weitere Besonderheit zur Fütterung ist noch, dass dem Hund während der Wanderung nicht zu viel gegeben wird. Ein kleiner Snack ist in Ordnung, aber es sollte nicht 1/3 der Tagesration bei einer Pause gegeben werden. Dies kann zu Problemen bei der Verdauung kommen.

Der wohlverdiente Feierabend
Nachdem wir geduscht, die Betten fertig gemacht und etwas ausgeruht hatten, ging es zum Abendessen, was auf den meisten Hütten immer ein wahres Highlight ist. Je nach Gegend gibt es Käsespätzle, verschiedene Knödelvarianten, Gulasch,... Alles immer frisch zubereitet. Manchmal gibt es Buffet, manchmal à la Carte und manchmal ein 3-Gänge-Menü. Bei einer Hüttentour hatten wir drei Abende hintereinander Gulasch. Allerdings einmal mit Kartoffeln, einmal mit Semmelknödeln und einmal mit Polenta. Schon war es nicht mehr so schlimm. Und falls ihr Vegetarier seid, gibt es auch immer eine Alternative. Meist gibt man bei der Zimmerbuchung bereits an, ob man Vegetarier oder auch Allergiker ist.
Wir hatten uns für das Essen bereits vorher ausgedacht, wie wir es mit Nana handhaben wollten, da sie in unbekannten Umgebungen (noch) nicht so gut alleine bleiben kann und die Hüttenwirte es auch nicht so gerne sehen, wenn der Hund alleine im Zimmer ist. Wir planten, dass immer einer bei Nana im Zimmer bleibt und die anderen Essen gehen und dann getauscht wird.
Allerdings hatten wir so ein großes Glück, dass Nana auf jeder Hütte in den Speisesaal durfte, sowohl beim Abendessen als auch beim Frühstück. Wir nahmen ihren Schlafsack mit und legten ihn unter die Sitzbank, was sie dankend annahm und während der gesamten Essenszeit schlief. Die Leute, die nach uns kamen waren immer total erstaunt, als wir dann aufstanden und Nana sich schüttelte, wobei ihre Marken klapperten. Sie hatten gar nicht bemerkt, dass ein Hund anwesend war.
Unter der Bank holt sich Nana ihren wohlverdienten Schlaf.

Bedenkt also immer, dass ihr mit Hund Einschränkungen auf den Hütten haben könnt. Bei uns war es zum Glück nur, dass wir in eine der Hütten nicht in dem schicken, neu gebauten Teil der Hütte ein Zimmer bekamen, sondern ganz alleine im alten Hüttenteil schliefen. Dadurch war es aber auch schön ruhig und wir hatten unser eigenes Badezimmer. Ein absoluter Luxus!
Bei einer unserer Hüttentouren, die wir bereits vor Nanas Zeit machten, haben wir aber auch in einer Hütte mitbekommen, dass der Hund nicht mit ins Zimmer durfte und alleine im Flur schlafen musste. Das wäre für Nana und für uns undenkbar gewesen, deshalb fragt bei der Buchung auf jeden Fall solche Details nach, ob der Hund auch mit ins Zimmer darf.
Im Matratzenlager dürft ihr übrigens auf den Hütten nicht schlafen, wenn ihr einen Hund dabei habt. Ihr müsst immer ein eigenes Zimmer buchen. Da wir das aber vorher, sofern die Hütten es angeboten hatten, auch schon immer so machten (etwas Privatsphäre ist schon ganz nett), war das keine Einschränkung für uns.
Nach dem meist sehr reichlichen Abendessen ging es dann ins Zimmer, wo noch etwas geredet wurde. Dann ging es aber oft früh ins Bett, da der Tag ja sehr anstrengend war.
Morgens wurde man meist früh wach, auch weil das Hüttenleben oft recht früh beginnt. Also ist es auch ganz gut, dass man früh ins Bett gegangen ist.
Nach einem Frühstück, das sehr unterschiedlich von Menge und Qualität sein kann, wurden die Rucksäcke wieder gepackt und die Tagestour zur nächsten Hütte konnte beginnen.
Die Wege führten uns durch unterschiedliche Landschaften und es mussten dabei auch immer wieder Kuh- oder Schafweiden durchquert werden. Das kann ein ganz schönes Abenteuer mit einem Hund sein. Wichtig dabei ist, den Hund an der kurzen Leine zu führen (damit die Tiere sehen, dass ihr eine "Einheit" seid). Die Leine sollte dabei in der Hand sein, d.h. ich habe auch immer meinen Bauchgurt gelöst. Das ist wichtig, falls euer Hund doch mal flüchten muss, dass ihr schnellstmöglich die Leine fallen lassen könnt.
Nana findet Kühe und Schafe gruselig, wenn sie zu dicht sind. Sie bellt sie nicht, sondern möchte sich am Liebsten in Luft auflösen. Wir haben natürlich immer größtmöglichen Abstand gehalten, aber die Tiere, warum auch immer, kommen immer sofort auf uns zugestürmt, wenn sie Nana sehen. Sie scheint sie magisch anzuziehen. Dadurch sind wir meist recht zügig über die Weiden gegangen, meist lief auch einer von uns mit etwas Abstand in der Richtung, in der die Kühe oder Schafe waren, damit sie notfalls noch etwas abgeblockt werden konnten. Ich musste auch einmal schnell mit Nana durch einen Stromzaun unten durch, um uns in Sicherheit zu bringen. Es ist bisher zum Glück nie etwas passiert, aber achtet darauf, wie euer Hund sich füht bzw. verhindert, dass euer Hund den Tieren schadet. Nach den Tierweiden gab es dann immer ein großes Aufatmen.
Ein Thema, das mich auch vor der Tour schon beschäftigt hatte, war die Entsorgung von Nanas Hinterlassenschaften. Im Alpenraum sind die meisten Wiesen entweder Weideflächen oder für die Heuernte. Da es für Weidetiere, vor allem auch für Jungtiere, tödlich enden kann, wenn sie den Kot eures Hundes zu sich nehmen, sollte man gründlich darauf achten, nichts liegenzulassen. Da es aber auch nicht an jeder Ecke einen Mülleimer gibt (also eigentlich gar keinen auf den Touren), ist die einzige Möglichkeit, den Kot einzusammeln und mitzunehmen. Auf den Hütten kann man dann den Hüttenwirt nach der Entsorgung fragen. Da waren immer alle sehr hilfsbereit, so dass es kein Problem war, alle Kotbeutel des Tages zu entsorgen, auch wenn auf den Hütten eigentlich die Regel gilt, dass jeder seinen Müll wieder mit ins Tal nimmt. Aber da haben die Wirte Verständnis, und wahrscheinlich auch Mitleid, dass man das nicht eine Woche mit sich herumschleppen (und riechen!) will. Gegen den Geruch hatten wir Kotbeutel mit Eigengeruch gekauft (eine ganz schlechte Idee, würde ich nicht nochmal machen) und wir hatten immer einen Kotbeutel mit allen anderen Beuteln darin, um doppelt abzusichern, dass der Geruch auch ja da drin bleibt ;)
So verging Tag für Tag bis wir die letzte Hütte erreichten. Wir haben viel erlebt in der gesamten Zeit: Nana hatte sich an den vielen Schneefeldern erfreut, sie lernte das Pfeifen der Murmeltiere kennen und das Schlafen unter der Bank. Wir hatten etwas Muskelkater und tolle Erlebnisse im Kopf und wussten, dass das wieder mal nicht unsere letzte Hüttentour war.
Falls Ihr Fragen zu unserer Reise habt, dann meldet euch gerne bei mir.
Falls Ihr Unterstützung dabei braucht, euren Hund z.B. an den Maulkorb, Busfahren oder Gewitter zu gewöhnen, dann könnte ihr euch sehr gerne bei mir melden, damit wir das Thema gemeinsam angehen können.
Wandertour mit Rucksack durch Norwegen/Schweden
Eine Woche lang zu Fuß nur mit dem Rucksack durch die Wildnis von Norwegen und Schweden
Diesmal sollte es wieder nach Schweden gehen, da wir gerne in der freien Natur unterwegs sind und es durch das sogenannte Jedermannsrecht die Möglichkeit gibt, legal sein Zelt aufzuschlagen. Es gibt zwar ein paar Bedingungen einzuhalten, aber das ist kein Problem. Man darf nix zerstören, niemanden (Mensch und Tier) stören, immer seinen Müll mitnehmen und muss ausreichend Abstand zu privaten Grundstücken halten.
Bei einer Rucksacktour sollte gut überlegt sein, ob man mit Zelt wandern möchte, was ein wesentlich größeres Gewicht des Gepäcks mit sich bringt oder, ob man von Hütte zu Hütte läuft. In Schweden (und auch Norwegen) gibt es einige Berghütten, sowohl bewirtschaftet, als auch als Selbstversorgerhütten, die man nutzen kann.
Da wir aber das Zelten in der Abgeschiedenheit bevorzugen, kamen die Hütten nicht in Frage. Solch eine Tour hatten wir bereits vor ein paar Jahren in Norwegen gemacht, aber da gab es Nana noch nicht in unserem Leben. D.h. das Gewicht des Rucksacks ist nochmal schwerer geworden durch Hundefutter und ein paar Notfall-Medikamente für sie. Wenn euer Hund etwas kräftiger gebaut ist, könnt ihr auch gerne Packtaschen für den Hund verwenden, damit er selbst etwas tragen kann. Nana hat den Luxus, dass wir ihre Packesel sind.

Bedenkt was alles in den Rucksack muss, damit es nicht zu schwer wird
Dieses Mal sollte es also Schweden sein, aber wir haben eine nette Rundtour gefunden, die durch Norwegen und Schweden geht. Hierbei ist zu beachten, dass in Norwegen andere Einfuhrbestimmungen für Hunde gelten als in Schweden. Und auch, wenn es beim Überschreiten der Grenze zu Fuß keine Kontrollen gibt, sollte man sich an die Regeln halten. Für Schweden genügt es, den Hund online anzumelden. In Norwegen ist eine tierärztlich nachgewiesene Wurmkur-Gabe notwendig, entweder maximal 120 Stunden vor Einreise oder 2 Mal im Abstand von max. 28 Tagen, wobei ab der letzten Gabe Norwegen innerhalb von 28 Tagen wieder verlassen werden muss oder dort beim Tierarzt eine erneute Wurmkur notwendig ist (Stand: 2026, informiert euch am Besten im auswärtigen Amt oder bei den Behörden des jeweiligen Landes).
Wir haben uns für die 28-Tage-Regel entschieden, da unser Urlaub in Summe 3 Wochen lang war und wir noch nicht wussten, ob wir später noch einmal nach Norwegen wollen. D.h. wir sind rechtzeitig zum Tierarzt, haben vor den Augen der TFA eine Wurmkur gegeben, was dann im EU-Heimtierausweis dokumentiert wurde. Das gleiche Spielchen noch einmal kurz vor der Reise und schon war alles für Norwegen vorbereitet.
Als weitere Vorbereitung haben wir rechtzeitig mit einer Futterumstellung begonnen, da Nana sonst Nassfutter bekommt. Bei aller Liebe zu meinem Hund, aber in den eh schon viel zu schweren Rucksack wollte ich nicht noch 800g-Nassfutterdosen packen. Beachtet hierbei, dass eine Umstellung von Nass- zu Trockenfutter (oder umgekehrt) nicht von heute zu morgen erfolgen sollte, da es sonst zu Verdauungsproblemen kommen kann. Außerdem haben wir das Futter portioniert, indem wir die geplanten Tagesrationen jeweils einvakuumiert haben und zusätzlich noch einen Reservebeutel eingepackt haben, falls wir noch etwas mehr Futter brauchen.
Da wir nach Schweden wieder mit der Fähre fahren wollten, mussten wir als weitere Vorbereitung noch eine Kabine buchen. Denkt daran, die Fähre rechtzeitig zu buchen, da es nur eine kleine Anzahl an Haustierkabinen gibt, in denen Hunde erlaubt sind. Wir entschieden uns wieder für die Überfahrt von Rostock nach Trelleborg. Und denkt daran, dass auf den meisten Fähren Maulkorbpflicht besteht.
Nachdem also alle Vorbereitungen abgeschlossen und die Rucksäcke gepackt waren, ging es endlich los. Zunächst nach Rostock und auf die Fähre, in der wir nur zum Schlafen waren (Fahrtzeit ca. von 22:15 bis 6:15).
Auch in der Kabine der Fähre kann man es sich gemütlich machen.

Nach einem mehr oder weniger erholsamen Schlaf sind wir in Trelleborg angekommen. Von dort hatten wir dann noch fast einen Tag Autofahrt vor uns. Wir machten natürlich mehrere Pausen, damit sich Nana (und wir) lösen und die Beine vertreten konnte. Dann suchten wir uns kurz vor unserem Ziel, den Anfangspunkt unserer Wanderung, einen Platz, an dem wir unser Zelt aufschlagen konnten, um dort noch einmal die Nacht zu verbringen, damit wir am nächsten Tag frisch in die Wanderung starten konnten.
Am nächsten Morgen fuhren wir die letzten Meter bis zum Parkplatz, wuchteten die schweren Rucksäcke (ich bin auf ca. 17 kg gekommen) auf den Rücken, prüften noch einmal, dass wir auch nichts im Auto liegenlassen und los ging's!
Anfangs gab es noch einen gut geschotterten Weg, der dann aber bald zu Ende war, so dass es nur noch über Stock und Stein weiterging. Überlegt euch bitte vorher, ob ihr für euren Hund Pfotenschuhe braucht, um Blasen an den Ballen und Verletzungen vorzubeugen. Diese sollten vorher aber auch schon positiv aufgebaut werden.
Bei wechselhaftem Wetter erreichten wir ziemlich schnell die norwegische Grenze (ein einfaches Schild) und gelangten in das sogenannte Fjell, eine raue Landschaft ohne Bäume, relativ steinig und mit viel Flechten und Moosen.
Nach einiger Suche nach einer passenden Stelle schlugen wir in der Nähe eines kleinen Flusses unser Zelt auf. Die Sonne schien zwar, aber es war so windig, dass wir auch ziemlich schnell im Zelt verschwanden, zur Freude von Nana, die es sich zwischen uns gemütlich machte. Ich ließ immer meinen Schlafsack offen, so dass sie zum größten Teil mit auf meiner Isomatte und in meinem Schlafsack lag. Ihr solltet euch vorher überlegen, wo euer Hund im Zelt schlafen soll. Bei unserer ersten Zeltübernachtung hatten wir geplant, dass Nana am Fußende schlafen sollte, aber dort lagen bei dieser Tour die Rucksäcke und Nana zeigte uns deutlich, dass sie lieber dichter bei uns wäre. Diesem Wunsch kamen wir nach, da auch wir es genossen.
Ich hatte mir für diese Tour extra noch einen neuen Schlafsack zugelegt (Komforttemperatur -8°C). Allerdings hält er nur so warm, wenn auch der Reißverschluss geschlossen wird. Da Nana aber mit in meinem Schlafsack schlief, war das nicht möglich.

Es ist viel kuscheliger, wenn man Frauchens Platz klaut.
Bereits in der ersten Nacht bekamen wir Besuch. Plötzlich ertönte ein Grunzen direkt neben dem Zelt. Das fand Nana ziemlich gruselig und wir auch. Ihr Bellen vertrieb das Tier. Wir wussten, dass es dort oben keine Wildschweine gab, aber wir sollten noch früh genug erfahren, wer das Geräusch von sich gab.
Am nächsten Morgen wurde gefrühstückt und dann zusamengepackt. Beim Einpacken des Zeltes kamen dann mehrere Tiere über die Bergkuppe: Eine Rentierherde näherte sich uns. Später fanden wir dann heraus, dass Rentiere Grunzgeräusche von sich geben. Nana fand es etwas unheimlich, aber auch spannend, die Tiere zu sehen. Sie kamen allerdings immer dichter.
Nachdem wir ausreichend Fotos gemacht hatten, haben wir mit Kleidungsstücken gewedelt und uns laut unterhalten, damit die Tiere wieder Abstand aufbauten. Rentiere sind an sich nicht gefährlich (wie es Elche z.B. sein können), aber gerade mit Hund sollte man vorsichtig sein. Das ist auch einer der Gründe, warum in den Nationalparks überall Leinenpflicht besteht.
Nanas erste Rentier-Sichtungen: Spannend und gruselig zugleich.

Nach dem aufregenden Morgen ging die Wanderung dann weiter. Durch abwechslungsreiche Landschaften und bei Wechsel zwischen Sonne, Wolken und etwas Regen trafen wir noch am gleichen Tag auf die nächste Rentierherde. Diese war aber nicht ganz so mutig, sondern beobachtete uns aus der Ferne und hielt freiwilig Abstand.
Anschließend kamen wir an einen kleinen Fluss, den wir auf Steinen, die im Wasser lagen, überqueren konnten. Ein weiterer Fluss machte es uns nicht ganz so leicht, so dass wir kurzerhand die Schuhe auszogen, die Hosenbeine hochkrempelten und durch das kalte Nass liefen. Da ein Hund wesentlich geschickter mit seinen vier Beinen ist, haben wir es bei jeder Flussquerung so gemacht, dass einer von uns zuerst rüberging, dann leinten wir Nana ab und ließen sie selbst einen Weg finden. Auf der anderen Seite wurde sie entgegengenommen und Person Nr. 2 folgte. Achtet aber darauf, wie tief das Wasser, wie schnell die Strömung und wie trittsicher euer Hund ist. Im Zweifelsfall solltet ihr euren Hund tragen. Am Sichersten, auch für den Menschen, ist es bei größeren Hunden, wenn ihr euch euren Hund quer auf die Schultern legt. Das solltet ihr aber unbedingt vorher zuhause üben.
Der Tag neigte sich dem Ende, so dass wir uns wieder auf die Suche nach einer Stelle machten, wo wir unser Zelt aufschlagen konnte. Das gestaltete sich als recht schwierig, leider wie jeden Tag auf dieser Runde. Aber wir wurden nach längerer Suche fündig.
Auch diesmal gab es Abendessen, zunächst für Nana, dann für uns. Um etwas Trockenfutter zu sparen, hatten wir bereits vorher geplant, dass Nana von unseren Mahlzeiten etwas abbekam, sofern es Nudeln oder Reis gab. Natürlich ungewürzt und ohne Soße.
Denkt aber auf jeden Fall daran, dass sich euer Hund sehr wahrscheinlich mehr bewegt als zuhause, d.h. es wird auch mehr Futter benötigt. Ihr solltet aber keine zusätzliche Mahlzeit während der Wanderung geben. Das kann zu Problemen wie Übergeben führen. Besser ist, wenn ihr morgens eine ordentliche Portion gebt (dann natürlich noch ca. 2 Stunden warten, bis ihr loslauft) und nachmittags/abends den Rest gebt, wenn ihr am Ziel angekommen seid.
Nach einer weiteren Nacht folgen weitere Wandertage mit dem gleichen Ablauf: Aufstehen, waschen, frühstücken, wandern, Zeltstelle suchen, zu Abend essen, waschen, schlafen.
Die Landschaft war weiterhin sehr abwechslungsreich. Immer wieder kommen wir in sumpfige Gebiete, in denen es teilweise Bohlenwege gab. Diese machten das Vorankommen wesentlich einfacher.

Nana hat schnell gemerkt,dass die Bohlenwege das Leben einfacher machen.
Unsere Wanderungen waren immer recht lang, deshalb legten wir natürlich auch immer ausreichende Pausen ein. Achtet darauf, dass euer Hund in den Pausen auch wirklich ruhen kann und ihr nicht z.B. mit ihm spielt. Dabei sollte sowohl körperlich als auch geistig möglichst wenig passieren.
Außerdem haben wir Nana, nicht nur in den Pausen, immer wieder die Möglichkeit gegeben, zu trinken. Zum Glück gibt es in Schweden sehr viele Gewässer mit sehr guter Qualität, meist Trinkwasserqualität. Da man aber nicht immer die Möglichkeit hat, fließendes Gewässer zu finden, solltet ihr sowohl für euch als auch euren Hund trotzdem eine Trinkflasche beihaben.
Da Nana es sich trotzdem nun mal manchmal nicht hat nehmen lassen doch mal einen Schluck aus einer Pfütze zu nehmen, gab es nach dem Urlaub sicherheitshalber eine Wurmkur.

Ausreichende Pausen sollten immer zum Ruhen genutzt werden.
Ein Teil unserer Wanderung verlief auch auf dem bekannten Fernwanderweg Kungsleden. Dort trafen wir auch gleich mehr Menschen (5 statt bisher 2 Menschen am Tag). Da wir noch vor der Saison unterwegs waren (Ende Juni) war es in Summe noch sehr menschenleer, dafür waren die Temperaturen noch nicht so hoch. Nachts waren es teilweise noch 2°C, tagsüber waren wir froh, wenn es mehr als 15°C waren. Das sollte man beim Packen berücksichtigen. Auch Regen gab es immer mal wieder.
Wofür Schweden übrigens bekannt ist (neben den tollen Landschaften und der guten Wasserqualität) sind die vielen Mücken. Das hört man immer wieder und ist aufgrund der vielen Gewässer auch nicht überraschend. Allerdings hatten wir bisher immer Glück. Entweder war es recht windig oder es hat geregnet oder wir haben unser kleines Zauberding angemacht. Ich will keine Werbung machen, aber wir haben eine Vorrichtung, die man auf eine Gaskartusche schraubt, so dass etwas verdampft wird, was Mücken nicht mögen. Das hat recht gut geholfen. Wir haben aber trotzdem vorher einen Mückenschutz, sowohl für uns als auch für Nana, in Form eines Sprays, besorgt. Falls euer Hund empfindlich, z.B. gegenüber Geräuschen ist, solltet ihr das Auftragen eines Sprays bereits zuhause üben.
An einem Tag hatten wir kein so großes Glück mehr mit dem Wetter. Es regnete ziemlich viel. Laut Karte waren es noch wenige Kilometer bis zum Ziel, das wir uns für diesen Tag überlegt hatten. Nur noch ein Stück, dann über eine Brücke, noch ein paar Wege und ankommen. Das Problem war, dass es die Brücke nicht gab. Sie war in unserer Wander-Navigations-App eingezeichnet, sie war in einer sehr bekannten anderen App eingezeichnet, aber es war einfach keine da. In dem Moment fing es auch noch ordentlich an zu schütten. Also blieb uns nichts weiter übrig, als mal wieder die Schuhe auszuziehen und die Hosenbeine hochzukrempeln. Zum Glück fanden wir auch noch zwei längere Stöcke. Alternativ helfen hier natürlich auch Trekkingstöcke, aber wir benutzen keine.
Bei Nana sah die Flussquerung mal wieder viel eleganter aus als bei uns Menschen.
Bei 11 Grad und strömendem Regen ist eine Flussquerung nicht gerade ein Highlight.

Am vorletzten Tag wurde es dann recht warm, natürlich als wir ein Stück über Hochebenen ohne einen einzelnen Baum zurücklegen mussten, so dass wir einen Zwischenhalt an einem kleinen See machten, in den wir dann zumindest mit den Beinen gegangen sind. Zum Baden war der Wasserstand leider zu gering. Nach der Erfrischung ging es dann weiter. Das Tagesziel war ebenfalls ein großer See. Dieser war jedoch bereits wieder so dicht an der Zivilisation, dass dort bereits einige andere Zelte standen. Wir mussten auch nochmal ein Stück zurück, um einen schönen Platz ohne Sicht auf die anderen zu bekommen.
Nach dem Aufstellen des Zelts hüpften wir auch sofort in das kühle Nass. Allerdings war es auch hier zu niedrig, so dass wir uns hinhocken mussten, um überall erfrischt zu sein.
Aufgrund der prallen Sonne konnte Nana leider nicht, wie sonst, ins Zelt und schonmal ein Nickerchen machen, deshalb schlief sie draußen, bis Wolken aufzogen und es erträglich im Zelt wurde.

Ist es zu heiß im Zelt, wird einfach draußen geschlafen.
Am nächsten Tag ging es dann schon wieder richtig Startpunkt der Wanderung. Natürlich, nachdem wir nochmal einige Regentropfen abbekommen haben. Eine spannende Zeit ging zu Ende, als wir das Auto erreichten. Den schweren Rucksack vermisste ich nicht in den folgenden Tagen, aber das Gefühl von Freiheit, abseits von menschlichem Trubel.
Es war bestimmt nicht das letzte Mal, dass wir solch eine Tour gemacht haben.
Falls Ihr Fragen zu unserer Reise habt, dann meldet euch gerne bei mir.
Falls Ihr Unterstützung dabei braucht, euren Hund z.B. an den Maulkorb, Pfotenschuhe oder das Tragen über den Schultern zu gewöhnen, dann könnt ihr euch sehr gerne bei mir melden, damit wir das Thema gemeinsam angehen können.
























